Fragen & Antworten

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Was ist der Unterschied zwischen Deutscher und Barocker Griffweise?

Während ihrer Entwicklung hat die Block­flöte die verschiedensten Griff­weisen erfahren. Noch heute sind bei den ent­sprechenden Nachbauten diese unter­schiedlichen Griffe anzuwenden. Im Barock hat sich aber eine Griffweise durchgesetzt. Carl und Arnold Dolmetsch haben in England zu Beginn des vorigen Jahrhunderts diese sogenannte "Barocke Griffweise" zu ihrer allgemeinen Popularität verholfen. Sie bauten Blockflöten, die mit dieser Griffweise zu spielen waren. Im englischsprachigen Raum wird diese Griff­weise als "English Fingering" bezeichnet.

In Deutschland hat Peter Harlan in den zwanzigern Jahren mit Blockflöten experi­mentiert, die für die Töne F (bei der Sopranblockflöte) einen etwas einfa­cheren und logischeren Griff erlaubten. Es entstand die "Deutsche Griffweise". Es gibt die These, daß er diese Griffweise nicht bewußt entwickelt habe. Vielmehr aus Unkenntnis über den aus der Reihe fallenden Griff für das F habe er den lo­gischen Griff dafür genommen und solange an den Löchern gefeilt, bis der Ton stimmte.

Die Deutsche Griffweise kann nur auf  Blockflöten  angewendet werden, die dafür konstruiert sind. Die Lochgröße ist an einigen Stellen abweichend. An diesen Abweichungen läßt sich bei einer Block­flöte sehr schnell erkennen, welche Griff­weise zum Spiel erforderlich ist.

Wie dies zu erkennen ist, kann der nächsten FuA entnommen werden: "Woran erkenne ich, ob ich die Deutsche oder Barocke Griffweise anwenden muß?".

Anfängern erscheint die Deutsche Griff­weise einfacher. Sie hat aber den Nach­teil, daß das hohe Fis nicht sauber gespielt werden kann. Dies mag bei An­fängern noch unbedeutend sein, mit zunehmendem Fortschritt und vor allem beim Zusammenspiel ist dies ein ganz gravierendes Problem. Über kurz oder lang wechselt deshalb jeder ernsthafte Block­flötenspieler zur "Barocken Griffweise".

In Musikschulen wird nur nach der Barocken Griffweise unterrichtet. Hoch­wertige Blockflöten gibt es nur mit Barocker Griffweise. Deshalb ist in jedem Falle zu empfehlen, sofort mit Instru­menten dieser Griffweise zu beginnen.

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